cineol_1_8O
Monoterpenether

Strukturformel 1,8-Cineol · C₁₀H₁₈O.

1,8-Cineol

frisch, eukalyptisch, kampferig-kühl

1,8-Cineol (Eucalyptol) ist der charakteristische Riechstoff von Eukalyptus, Rosmarin und Salbei. In Cannabis ist es selten dominant, in einzelnen rosmarin- und salbei-nahen Chemovaren aber messbar. Im Wirkungs-Inventar.1 trägt es den höchsten Fokus-Score und einen der stärksten Entzündungs-Scores, gestützt auf eine Humanstudie zur Kognition und klinisch dokumentierte Atemwegs-Wirkung.

Wirkungsprofil

1,8-Cineol im Cannabis-Kontext

1,8-Cineol (Eucalyptol) ist das kanonische Fokus-Terpen im Set, stärker belegt als α-Pinen. Moss & Oliver 2012 liefern eine Humanstudie mit Plasma-Korrelation: höhere Cineol-Blutspiegel nach Rosmarin-Aromaexposition gehen direkt mit besserer Serial-Subtraction-Leistung und schnellerer visueller Informationsverarbeitung einher. An 2022 ergänzt den Mechanismus über Acetylcholinesterase-Hemmung. Cineol kommt in Eukalyptus, Rosmarin und Salbei vor, in einzelnen Cannabis-Chemovaren messbar.

Entzündungshemmend ist die zweite kanonische Wirkung (Score 3,0): Juergens 2003, 2014 und 2020 belegen klinische Wirksamkeit bei Asthma und COPD über inhalative Anwendung. Für Cannabis besonders relevant, da Inhalation der primäre Applikationsweg ist. Angstlösend wirkt Cineol mit Score 2,0: Kim 2014 (Humanstudie, präoperative Angst) und Dougnon 2020 (Tiermodell) konvergieren. Stimmungsaufhellend zeigt Cineol ein solides Einzelmodell-Signal mit Score 1,8. Schlaf und Schmerz gehören nicht zum Profil, Cineol ist ein klar waches Terpen.

In Cannabis ist 1,8-Cineol selten dominant, eher in salbei- und rosmarin-nahen Chemovaren messbar, häufig zusammen mit α-Pinen und Camphen. Erkennbar am kampferartig-frisch-eukalyptischen Aroma. Hohe Cineol-Anteile signalisieren ein Profil mit Schwerpunkt auf Wachheit, geistiger Klarheit und entzündungshemmender Wirkung, ohne sedativen Beifang.

Pharmakologische Hinweise: Acetylcholinesterase-Hemmung als Fokus-Mechanismus (An 2022). Sekretolytisch und bronchospasmolytisch über NF-κB-Modulation (Juergens 2003/2014/2020). Anxiolytisch über GABAA-Bindung (Kim 2014 Humanstudie, Dougnon 2020 Tiermodell). In hohen Dosen reizend für die Schleimhäute, klinisch genutzte Inhalationsdosen sind aber gut verträglich.